1856

Im Jahr 1856 zeigten sich in Burgkirchen die ersten Anzeichen und Bestrebungen, dem Feuerwehrgedanken Rechnung zu tragen. In dem Protokoll der Gemeindeausschußsitzung vom 31. August 1856 heißt es:
„Der versammelte Gemeindeausschuß hat einstimmig die Notwendigkeit einer anzuschaffenden Feuerspritze erkannt, mit dem Beisatz, daß dieselbe von mittelmäßiger Größe solle angeschafft werden mit einem Kostenwert von 500 Gulden und die Anschaffung derselben soll Bürgermeister Georg Schmitzberger übernehmen und besorgen. Was die Feuerwasserkörbe betrifft, so ist der Ausschuß der Ansicht, daß für ein Häusl ein Stück davon und für einen Bauern drei bis vier Stück genügend wären, weswegen die Gemeindevorstehung bei dem k.u.k. Bezirksamte bittlich einschreiten möge. „
Aus einem Protokoll vom 4. Jänner 1859 ist zu entnehmen:
„Wegen Einspannung zur Feuerspritze und Bedienung derselben bei Feuergefahren sind für eine deutsche Meile für das Gespann fünf Gulden dem Eigentümer des Gespannes aus der Gemeindekasse zu verabfolgen, für den Fall, daß derselbe nicht eine auswärtige Belohnung im gleichen Betrag erhalte. Dem jeweiligen Bediener und Besorger der Feuerspritze, wie dem gegenwärtigen Max Stockhammer sollen zwei Gulden ausbezahlt werden.“
Soweit die ersten Anfänge dafür, daß die damalige Gemeindevertretung die Bedeutung eines funktionierenden Feuerschutzes erkannte und ihm auch besonderes Augenmerk zuwandte. Der Feuerwehrdienst wurde seit dieser Zeit so recht und schlecht ohne besondere Organisation durchgeführt, mehr oder minder sich selbst überlassen.

1890

Das Jahr 1890 brachte eine entscheidende Wendung. Über Anregung des Bürgermeisters Max Engl, Müller in Burgkirchen, beschloß der Gemeinderat am 28.Mai 1890, in Burgkirchen eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. In einer eigenen Sitzung der Gemeindevertreter wurden die „Statuten der Freiwilligen Feuerwehr der Ortsgemeinde Burgkirchen“ eingehend besprochen und festgelegt. Dieser geschichtliche Rückblick wäre unvollständig, würden diese Statuten in diesem Bericht nicht angeführt.
Statuten
der
Freiwilligen Feuerwehr
der Ortsgemeinde
Burgkirchen
mit Bezug auf die o. ö. Feuerpolizei-Ordnung vom 2. Februar 1873 und das
Vereinsgesetz vom 15. November 1857
(Auszug mit Originalortographie)
I. Zweck
§1
Zweck der freiwilligen Feuerwehr Burgkirchen ist: Ein geordnetes Zusammenwirken bei Feuersgefahr im Gemeindebezirke und dessen nächster Umgebung, um Leben und Eigenthum der bedrohten Bewohner soweit es in ihren Kräften steht, zu schützen, ohne hierfür eine Entschädigung in Anspruch zu nehmen. Die Kosten der Ausrüstung bestreitet die Gemeinde Burgkirchen, sofern die freiwilligen Beiträge der Feuerwehr nicht ausreichen.
II. Bildung
§2
Die freiwillige Feuerwehr bildet sich:
1) Durch freiwilligen Eintritt in dieselbe, und es steht dieser jedem unbescholtenem Bewohner des Gemeindebezirkes frei. – Freiwillige wirkende Mitglieder sind jene, welche sich aus eigenem Antriebe dem Feuerwehrdienste widmen; jedoch müssen dieselben körperlich befähigt sein, worüber das Urtheil dem gewählten Hauptmanne zusteht.
2) Durch unterstützende Mitglieder, nemlich solchen, die sich zur Leistung von freiwilligen Beiträgen erklären und
3) aus Ehrenmitgliedern, welche ob ihrer Verdienste und thätiges Wirken für die Feuerwehr zu solchen ernannt werden. Der Sitz des Vereines ist selbstverständlich in Burgkirchen.
III. Leitung
§3
Die Leitung der Feuerwehr nach Innen und Außen steht dem Verwaltungsrathe, die technische Leitung auf dem Brandplatze und bei den Uebungen aber dem Hauptmanne oder dessen Stellvertreter zu. (§ 39 Feuerpolizei-Ordnung)
§4
Der Verwaltungsrath besteht: a) aus dem Hauptmanne, b) dessen Stellvertreter, c) dem Cassier und Schriftführer, d) dem Geräthmeister, e) aus sämmtlichen Abtheilungsführern.
VI. Organisation
§ 12
Die wirkenden Mitglieder theilen sich: 1) in Steiger, 2) in Spitzenbedienungs- und 3) in Werkleute (Einreißer). Diese 3 Abtheilungen stehen unter eigenen Löschmeistern, deren jeder je nach der Stärke der Abtheilung Ersatzmänner hat.
VIII. Kleidung und Abzeichen
§ 15
Die Kleidung der wirkenden Mitglieder ist: eine bequeme, blousenartige Jacke von dunkelblauem Stoffe mit Taschen, auf beiden Kragenenden ein F aus Bronce oder Messing; die Kopfbedeckung eine schwarze Kappe von Leder oder Kautschuk mit dem Embleme der Feuerwehr; im Dienste ist die Kopfbedeckung ein lackirter schwarzer Lederhelm. Die Ausrüstung nach Bedarf nach den Regeln der Feuerwehren.
IX. Rechte und Pflichten der Mitglieder
§ 16
Pflicht eines jeden wirkenden Mitgliedes ist Die angeordneten Übungen und Wachen mitzumachen, bei einem signalisirten Brande sich unverzüglich an dem betreffenden Brandplatze einzufinden, mit Eifer, Ruhe und unbedingtem Gehor- sam gegen die Vorgesetzten bei der Löschung und Rettung thätig zu sein, sowie überhaupt stets ein ehrenhaftes Betragen an den Tag zu legen. Die Übernahme obiger Pflichten hat jedes freiwillige Mitglied durch Unterzeich- nung eines Reverses dem Hauptmanne zu leisten.
Nachdem die Statuten des „Vereines“ genehmigt wurden, erfolgte im August 1890 die konstituierende Versammlung, die von Bürgermeister Max Engl einberufen und von ihm auch ge- leitet wurde. Im Sinne der oben angeführten Statuten wurden in dieser Sitzung folgende Männer in den „Verwaltungsrath“ gewählt:
Josef Meingast, Postmeister in Burgkirchen, als Hauptmann
Josef Weinhäupl, Gastwirt in St. Georgen, als Hauptmann-Stellvertreter
Franz Schmidhuber, Oberlehrer in Burgkirchen, als Kassier
Julius Eichmeyer, Unterlehrer in Burgkirchen, als Schriftführer
Peter Endl, Schmiedemeister in Burgkirchen, als Gerätemeister
Anton Stockhammer, Gemeindediener in Burgkirchen, als Gerätemeister-Stellvertreter
Bei dieser konstituierenden Sitzung erklärten 42 Männer ihren Beitritt zur neugegründeten Wehr. Sie gelobten durch Handschlag und Revers das Gedeihen des „Vereines“ zu fördern und die statutengemäßen Verpflichtungen gewissenhaft einzuhalten. Bis zum Jahresende des ersten Jahres des Bestehens stieg die Mitgliederzahl bereits auf 56 aktive und 25 unterstützende Mitglieder.
Es wurde schon im Gründungsjahr beschlossen, Embleme mit dem Namen „Burgkirchen“ auf den Kappen der Feuerwehrmänner anzubringen. Vier Anschlagtafeln sorgten für die Benachrichtigungen der Feuerwehrmänner. Diese Art der Informationen wurde bis nach dem 2. Weltkrieg beibehalten. Die Tafeln wurden angebracht in Burgkirchen, St. Georgen, Geretsdorf und Forstern.
Für die Ausrüstung der Feuerwehrmänner sorgte die Gemeinde und stellte die notwendigen Mittel zur Verfügung. Einen besonderen Förderer fand die junge Feuerwehr in der Person des Josef Wagner, Besitzer des Mosauergutes in Burgkirchen. So stiftete er unter anderem zur Anschaffung der ersten Feuerwehrfahne den ansehnlichen Betrag von 600 Gulden.

1893

Im „Vereinsjahr“ 1893 wurde die Fahne nach einem Entwurf des Architekten Raimund Jeblinger, bekannt auch als damaliger Dombaumeister, in Auftrag gegeben. Am 20.05.1894 fand das Fest der Fahnenweihe statt. Als Fahnenpatin fungierte Frau Aloisia Wührer, Gastwirtin in Burgkirchen. Pfarrer Leopoldsberger nahm den Weiheakt vor. 52 „Vereine“ waren mit mehr als 500 Mann zur Fahnenweihe gekommen.
Im gleichen Jahr erklärte die junge Wehr ihren Beitritt zum „Feuerwehrverband“. Jeder Feuerwehrmann bekam einen rechtsgültigen Ausweis (Vorläufer unseres Feuerwehrpasses). Im Gasthaus Wührer wurde auch bereits der erste Feuerwehrball abgehalten, und zwar am Faschingssonntag.
Die Organisation innerhalb der Feuerwehr wurde weiter ausgebaut. Es wurde beschlossen, für den Bereitschaftsdienst bei Bränden „Bereitschaftsgruppen“ zu bilden, die jeweils für ein Vierteljahr eingeteilt wurden. Die Bereitschaftsgruppe bestand aus drei Mann. Ihre Namen wurden an den Anschlagtafeln sichtbar gemacht.
Über Antrag des Tischlermeisters Ludwig Kaufmann wurde beschlossen, bei Leichenbegängnissen für aktive Mitglieder in voller Ausrüstung teilzunehmen. Bei Leichenbegängnissen für unterstützende Mitglieder wurde als Dienstanzug Bluse und Kappe festgelegt.
Bei der ersten Generalversammlung der jungen Wehr verzeichnet der Kassier Einnahmen in Höhe von 55,40 Gulden, Ausgaben in Höhe von 48,65 Gulden.
Um die Einnahmenseite des „Vereines“ zu fördern, entschlossen sich die Feuerwehrmänner,“auf die Bretter, die die Welt bedeuten“ zu steigen: Sie spielten Theater. Sie schufen eine eigene „Feuerwehrbühne“ und besorgten dafür die notwendigen Requisiten sowie einen entsprechenden Fundus. Die erste Aufführung (der Titel des Theaterstückes ist leider nicht bekannt) brachte Einnahmen von 55,40 Gulden, denen Ausgaben in Höhe von 33,61 Gulden gegenüberstanden. Der Reingewinn floß der „Vereinskasse“ zu.
Am 28. Juni d. J. konnte der Kassier berichten, daß Seine Majestät Kaiser Franz Josef der Wehr einen Beitrag von 80 Gulden zukommen ließ, der sogleich bei der Sparkasse eingelegt wurde. Erstmalig scheint auch auf, daß Feuerwehrmänner, die in der Ausübung des Feuerwehrdienstes finanzielle Einbußen erleiden, diese vom Landesverband ersetzt bekommen. Es sind hiefür pro Mann und Tag ein bis drei Gulden vorgesehen. Interessant ist es hier auch anzuführen, daß in den ersten Jahren des Bestehens der Wehr der Hornist bei Versammlungen der Wehr die Signale üben und den Männern zu Gehör bringen mußte, damit sie bei Einsatzfällen auch richtig danach handeln konnten.
Bei der Herbstübung und Herbstversammlung erhielt jeder Feuerwehrmann das Statutenbuch. Der Hauptmann erläutere den Inhalt und wies auf die Einhaltung der Statuten hin. Besonders wurde auf die Vermögenswerte hingewiesen. Johann Wagner, Mosauer, wurde für seine mehrmaligen finanziellen Zuwendungen zum Ehrenmitglied ernannt und mit einem schönen Diplom bedacht. Er wurde als „größter Wohltäter der Wehr“ in würdiger Form geehrt.
Im Oktober 1894 wurde der Beitritt der Wehr zur Unfallversicherung beschlossen. Ebenso wird zu dieser Zeit ein „Feuerwehr-Unterstützungsverein“ erwähnt, der sich in Not geratener Feuerwehrmänner annimmt (entspricht dem heutigen Hilfssäckel der Feuerwehr). Hauptmannstellvertreter Johann Weinhäupl beantragte 1895 die Errichtung eines Feuerwehrzeughauses in St. Georgen.
 

1896/97

In diesen Jahren kriselte es in der jungen Wehr. Der Hauptmann führte Klage, daß die Übungen und die Versammlungen schlecht besucht wären. Notorischen „Schwänzern“ wurde mit dem Ausschluß gedroht. Der Feuerwehrmann Felix Gebetshammer beantragte, daß verstorbenen Mitgliedern ein Kranz mit Schleife zuzugestehen sei.
Am 9.Mai 1897 wurde dem Förderer und Gönner der Wehr, Architekt Raimund Jeblinger die Ehrenmitgliedschaft ausgesprochen.
Das 50-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I. wurde ganz groß gefeiert. Der Festtag wurde mit einem Festgottesdienst begonnen, dem am Nachmittag ein Festkonzert folgte. Am Abend gab es im Gastgarten Wührer festliche Lampionsbeleuchtung. Gerätemeister Anton Stockhammer sorgte für das Abbrennen eines großen Feuerwerks.
Tischlermeister Johann Rothböck wurde beauftragt, einen neuen Fahnenkasten herzustellen, der im Bäckerhaus uns später in der Volksschule untergebracht wurde. Der Bau einer neuen Zeugstätte für die Spritze in Burgkirchen wurde in Erwägung gezogen. Die Spritze war derzeit im „Portalhaus“ (besteht heute nicht mehr) untergebracht.

1900

Bei der „Gründungsversammlung“ 1900 wurde der Müller Max Engl zum neuen Hauptmannstellvertreter gewählt. An diesem Tag wurde der Wehr auch eine neue Saugspritze übergeben, die im Beisein der Gemeindevertreter vorgeführt wurde. Eine Neuerung wurde 1901 eingeführt: Feuerwehrmänner, die sich zum Besuch eines auswärtigen Festes meldeten, mußten eine Krone an die Kasse zahlen. Haben sie dann tatsächlich teilgenommen, bekamen sie das Geld rückerstattet. Andernfalls blieb es in der Vereinskasse.
Auftretender Wassermangel bei verschiedenen Einsätzen veranlaßte die Wehrmänner den Versuch zu unternehmen, Löschwasser aus Brunnen zu entnehmen. Dies wurde beim Brunnen des Feuerwehrmannes Anton Huber erfolgreich durchgeführt. Das Wasser konnte aus einer Tiefe von vier Klaftern geholt werden.
1905 wurde dem „Gründungshauptmann“ Josef Meingast die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.
1907 scheint auf, daß der Gastwirt Anton Deiser das Spritzengespann für die Burgkirchnerspritze stellt. Im gleichen Jahr kam wiederum der Neubau einer Zeugstätte in Burgkirchen zur Sprache. Johann Weinberger, ein lediger Mosauersohn, stiftete hiezu 200 Kronen, Architekt Raimund Jeblinger und Johann Engl je 50 Kronen. So konnte 1909 die Zeugstätte in Burgkirchen errichtet werden.
 
Zwei Jahre später wurde die Zeugstätte in St.Georgen errichtet.
 

1914-1918

In den Jahren 1914 bis 1918 wurden sehr viele aktive Feuerwehrmänner zur Kriegsdienstleistung eingezogen. Aus dieser Zeit scheinen sehr wenige Gegebenheiten in den Annalen der Wehr auf.

1920

Am 13. Juni 1920 wurde die „Feuerwehr-Filiale“ Hermading gegründet. Es war dies ein ganz persönliches Verdienst des damaligen Bürgermeisters Johann Pieringer, Brandl in Herrmading. Pieringer streckte auch den Kaufbetrag der Feuerwehr vor.
Ehrenmitglied Josef Meingast, der seinen Lebensabend in Obernberg verlebte, starb 1921 und wurde nach Burgkirchen überführt und hier bestattet.
1923 wurde der erste Schlauchturm in Burgkirchen errichtet. 1928 wurde unter dem Wehrarzt Dr. Hermann Rauscher eine Sanitätsabteilung gegründet, deren Abteilungsleiter der Lehrer Gustav Schmidhuber war.
In der Jahreshauptversammlung am 26. Jänner 1930 kam erstmalig der Ankauf einer Motorspritze zur Sprache. Es entbrannte eine lebhafte Debatte. Der damalige Bürgermeister Georg Forstner verhielt sich ablehnend.
Am 1. Juni des gleichen Jahres wurde das 40-jährige Gründungsfest feierlich begangen. Die Gastwirtstochter Maria Deiser spendete ein schönes Fahnenband und war an diesem Tag besonderer Mittelunkt des Festes. In diesem Jahr waren auch die ersten Feuerwehrmänner Burgkirchens bei Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule gemeldet.
 

1937

Am 10. November 1937 beschloß die Gemeindevertretung den Ankauf einer Motorspritze. Sie wurde bei der heimischen Firma Georg Virlinger in Biburg angekauft. Die Motorspritze kostete 4.700,– Schilling. Am 28. November des gleichen Jahres wurde in Salzburg eine zweistrahlige Handdruckspritze um öS 380,– angekauft.
Eine wichtige Entscheidung wurde vom Gesetzgeber im Jahre 1937 gefällt. Laut § 49 des Landesgesetzes vom 15. Dezember 1937 über Brandbekämpfung und Brandverhütung wurden die öffentlichen Feuerwehren zu „Körperschaften öffentlichen Rechts“ erklärt. Der Vereinscharakter war somit gefallen.
Mit der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde der Landes-Feuerwehrverband aufgelöst. Die Filialen der Feuerwehr wurden in Löschgruppen umbenannt. Auf Befehl der Obersten Feuerschutzpolizeistelle-wurde die erste Straßensammlung angeordnet. Sie erbrachte den Betrag von 206,23 RM.
In den Jahren 1940 bis 1943 waren die Eintragungen in der Chronik sehr spärlich. Sie berichteten vornehmlich von den verschiedenen Straßen- und Haussammlungen und zeigten die erbrachten Beträge auf.
Als taktische Neuerung wurde die „Gruppe“ gegründet. Für Burgkirchen galt ab diesem Datum das Bestehen von „drei Gruppen“. Zu einer Gruppe gehörten ein Löschgerät mit Zubehör sowie neun Mann und neun Mann Reserve. Neu war auch, daß die Mitglieder der Feuerwehr in Ausübung ihres Dienstes der SS-Polizeigerichtsbarkeit unterstellt waren. Das hieß, daß die Feuerwehrmänner dem Militärstrafgesetz unterstellt wurden.

1945

Am 10. November 1937 beschloß die Gemeindevertretung den Ankauf einer Motorspritze. Sie wurde bei der heimischen Firma Georg Virlinger in Biburg angekauft. Die Motorspritze kostete 4.700,– Schilling. Am 28. November des gleichen Jahres wurde in Salzburg eine zweistrahlige Handdruckspritze um öS 380,– angekauft.
Eine wichtige Entscheidung wurde vom Gesetzgeber im Jahre 1937 gefällt. Laut § 49 des Landesgesetzes vom 15. Dezember 1937 über Brandbekämpfung und Brandverhütung wurden die öffentlichen Feuerwehren zu „Körperschaften öffentlichen Rechts“ erklärt. Der Vereinscharakter war somit gefallen.
Mit der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde der Landes-Feuerwehrverband aufgelöst. Die Filialen der Feuerwehr wurden in Löschgruppen umbenannt. Auf Befehl der Obersten Feuerschutzpolizeistelle-wurde die erste Straßensammlung angeordnet. Sie erbrachte den Betrag von 206,23 RM.
In den Jahren 1940 bis 1943 waren die Eintragungen in der Chronik sehr spärlich. Sie berichteten vornehmlich von den verschiedenen Straßen- und Haussammlungen und zeigten die erbrachten Beträge auf.
Als taktische Neuerung wurde die „Gruppe“ gegründet. Für Burgkirchen galt ab diesem Datum das Bestehen von „drei Gruppen“. Zu einer Gruppe gehörten ein Löschgerät mit Zubehör sowie neun Mann und neun Mann Reserve. Neu war auch, daß die Mitglieder der Feuerwehr in Ausübung ihres Dienstes der SS-Polizeigerichtsbarkeit unterstellt waren. Das hieß, daß die Feuerwehrmänner dem Militärstrafgesetz unterstellt wurden.

1950

Sebastian Schreiber bereitete 1950 als Festobmann das 60-jährige Gründungsfest vor. Zum Fest am 21. Mai waren 60 Feuerwehren mit 996 Mann gekommen. Das Fest war mit der Weihe einer neuen Fahne verbunden. Als Fahnenpatinnen fungierten Zilli Pieringer und Maria Rauchberger. Die neue Fahne wurde aus dem Ergebnis einer Haussammlung finanziert. Bei herrlichem Wetter und bester Organisation war es ein überwältigendes Fest.

Über Anregung des Kommandanten Johann Perberschlager wurde die Löschgruppe Albrechtsberg gegründet. Bei seinem Bestreben wurde der Kommandant von Bürgermeister Johann Pieringer bestens unterstützt. Unter freiwilliger und unbezahlter Mitarbeit aller Albrechtsberger wurde das Zeughaus errichtet.
Spontan traten auch elf Männer der Feuerwehr bei. Die Feuerwehr Burgkirchen hatte zu diesem Zeitpunkt 90 aktive und 102 unterstützende Mitglieder.
Die Löschgruppe Burgkirchen wurde von Brandmeister Hermann Hainz sen., die Löschgruppe St. Georgen von Brandmeister Franz Pettinger, die Löschgruppe Hermading von Brandmeister Paul Schickbauer sen. und die Löschgruppe Albrechtsberg von Brandmeister Johann Gerner sen. geführt. Bei den neuen Leistungswettbewerben – der erste war 1953 in Braunau – nahmen auch Männer aus unserer Wehr teil und errangen das bronzene Leistungsabzeichen.
Im Februar 1957 starb der große Freund und Gönner der Feuerwehr, Bürgermeister Johann Pieringer im Alter von 50 Jahren. Sein Wirken für die Feuerwehr bleibt bei allen, die den liebenswerten Menschen kannten, in ewiger Erinnerung. Zu seinem Nachfolger wurde Alois Hofstätter, Landwirt in Edthof, gewählt. Auch er zeigte für die Belange der Feuerwehr vom ersten Tag seiner Funktion als Bürgermeister großes Verständnis. So sorgte er sofort für die Anschaffung einer weiteren Motorspritze für die Steigerung der Leistungskraft unserer Wehr. Dr. Rudolf Widerhofer löste den im 53. Lebensjahr verschiedenen Wehrarzt Dr. Ofenmacher ab.
Über Antrag von Bürgermeister Hofstätter wurde ein Feuerwehrauto für die Löschgruppe Burgkirchen bestellt.
1958 fand die erste, vom Gesetzgeber angeordnete Feuerwehrwahl statt. Sie brachte folgendes Ergebnis:
Kommandant: Anton Stadler, Weikerding
Kommandant-Stellvertreter: Franz Ellinger, Oberhartberg
Kassier: Josef Engl, Burgkirchen
Schriftführer: Schuldirektor Anton Ortner, Burgkirchen
Zeugwart: Franz Roider, Burgkirchen.
Im Anschluß an die Wahl wurden in den einzelnen Löschgruppen die Löschkommandanten gewählt:
Burgkirchen: Hermann Hainz sen.
St. Georgen: Franz Wimmer
Hermading: Johann Schwandtner
Albrechtsberg: Johann Mairinger
Alle Löschgruppen besitzen ab diesem Zeitpunkt Motorspritzen.

1959

Das Jahr 1959 war für die Feuerwehr Burgkirchen ein besonders erfolgreiches Jahr. Am 5. Juli fanden die Weihe des neuen Zeughauses, die Weihe einer neuen Motorspritze und die Weihe des neuen Feuerwehrautos statt. Dazu waren die Nachbarfeuerwehren geladen, die auch alle der Einladung Folge leisteten. Bei der neuen Zeugstätte wurde ein Schlauchturm eingebaut und eine Sirene angebracht.

Bei der allgemeinen Fahrzeugweihe wurden an die Auto- und Traktorbesitzer Christopherus-Plaketten übergeben. Als Ehrengäste waren Bezirkskommandant Rothwangl, Abschnittskommandant Haidenthaler, Dr. Seidl und Dr. Wild von der Bezirkshauptmannschaft Braunau, der Chef der Firma Schmelcher, Braunau und ein Vertreter der Firma Rosenbauer erschienen.
Am 9. August dieses Jahres wurden Johann Perberschlager, der langjährige, verdienstvolle Kommandant zum Ehrenkommandanten und die besonders verdienstvollen Mitglieder Johann Kasinger, Sebastian Schreiber, Franz Roider sen. und Josef Weinberger sen. zu Ehrenmitgliedern ernannt. St. Georgen erhielt einen neuen Schlauchturm. In Burgkirchen wurde ein großer Löschwasserschacht errichtet. Bei der Feuerwehrwahl 1963 wurden die bisherigen Funktionäre des Kommandos wiedergewählt.
Im Jahre 1966 wurde für die Löschgruppe Hermading besonders viel geleistet: Die Anlegung des Löschteiches erforderte öS 23.500,–, die Zeugstätte öS 24.000,–, die neue Motorspritze öS 36.000,–. Die Weihe dieser neuen Einrichtungen wurde am 3. September durchgeführt. Wehrarzt Dr. Rudolf Widerhofer hielt für die Feuerwehrmänner einen Erste-Hilfe-Kurs, der gut besucht war.
Die Feuerwehrwahl am 25. Mai 1968 erbrachte folgendes Ergebnis:
Kommandant: Anton Stadler, Weikerding
Kommandant-Stellvertreter: Franz Wimmer, St. Georgen
Kassier: Franz Kasinger, St. Georgen
Schriftführer: Oberschulrat Anton Ortner, Burgkirchen
Zeugwart: Josef Eidenberger, Burgkirchen.

1970

Am 5. Juli 1970 fand das 80-jährige Gründungsfest statt, das Festobmann Franz Wimmer mustergültig organisierte. 49 Feuerwehren waren mir fast tausend Mann gekommen. Für das besonders wohlwollende Entgegenkommen für die Wehr wurde Bezirkskommandant Rudolf Rothwangl zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Burgkirchen ernannt. Urkunde und Geschenk wurden am 23.Oktober 1973 übergeben.
In diesem Jahr wurde auch die erste Jugendgruppe aufgestellt, die Engelbert Frauscher gediegen ausbildete und für die bevorstehenden Wettbewerbe schulte.
Die Feuerwehrwahl am 2. Juni 1973 erbrachte folgendes Bild: Nachdem der bisherige, sehr verdienstvolle Kommandant Anton Stadler seine Stelle zur Verfügung stellte, wurde Franz Wimmer zum Kommandanten gewählt. Das Wahlergebnis ergab Engelbert Frauscher zu seinem Stellvertreter. Schriftführer, Kassier und Zeugwart verblieben wie bisher. In den folgenden Wochen wurden auch die einzelnen Löschgruppen zur Wahl gerufen. Es ergab sich folgendes Bild:
Albrechtsberg:
BM Georg Wagner, Brandt; Zeugwart Ferdinand Frauscher, Albrechtsberg
Burgkirchen: BM Karl Mairböck, Zeugwart: Franz Roider
St. Georgen: BM Josef Mertelseder, Forstern; Zeugwart: Max Berschl
Hermading: BM Ludwig Lindner; Zeugwart Paul Schickbauer
Am 21. August 1973 wird Anton Stadler zum Ehrenkommandanten ernannt.
Im Winter 1974 hielt Wehrarzt Dr. Widerhofer wieder einen Erste-Hilfe-Kurs, speziell auf die Feuerwehrmänner ausgerichtet. Am 11. und 12. Oktober wurde in Oberhartberg bei Johann Harrer (Sir Hans) der Bezirkswettbewerb ausgetragen. Kommandant Wimmer und Stellvertreter Frauscher haben eine Reihe von schönen Pokalen aufbringen können, die den Siegern überreicht wurden. Am 6. und 27. November erwarben 18 Feuerwehrmänner das Deutsche Leistungsabzeichen in Gundertshausen bzw. in Schwand.

1977

Die Albrechtsberger Löschgruppe schafft unter Mitarbeit der Dorfbevölkerung einen ergiebigen Löschteich. Die Löschgruppe Hermading erhielt einen Schlauchturm bei der Zeugstätte.
Die am 6. März 1978 durchgeführte Feuerwehrwahl brachte keine Änderungen.
Die Feuerwehr Burgkirchen erhielt Atemschutzgeräte. Oberbrandinspektor Engelbert Frauscher, der einen diesbezüglichen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule absolvierte, gab sein Wissen an interessierte Feuerwehrmänner weiter.

Ankauf TLF 2000

Auf Grund der technischen Entwicklung beschloss das Kommando unserer Wehr unter der Führung des Kommandanten HBI Franz Wimmer ein TLF 2000 anzuschaffen. Am 18. April 1979 folgten 40 Mitglieder der Feuerwehr einer Einladung der Firma Rosenbauer in Linz-Leonding zur Besichtigung des großen feuerwehrtechnischen Unternehmens, und die Reiseteilnehmer konnten bei einer Vorführung des TLF 2000, der bereits bestellt war, die großartigen Leistungen dieses Löschgerätes bewundern. Der bestellte TLF 2000 erforderte einen Betrag von öS 975.399,- „Woher das Geld nehmen?“ fragten sich Bürgermeister ÖR. Hofstätter und der Ortsfeuerwehrkommandant Wimmer. So kam man auf den Gedanken, eine Haussammlung im Gemeindebereich durchzuführen und besondere Gönner und Förderer des Feuerwehrwesens anzusprechen. Es wurde bei einer Gemeinderatssitzung festgelegt, daß sich zur Haussammlung ein Gemeindevertreter und ein Feuerwehrmann für die Sammlung zur Verfügung stellten. Im Mai 1981 traf vereinbarungsgemäß der TLF 2000 ein. Das neue Tanklöschfahrzeug machte eine Erweiterung der Zeugstätte notwendig. Bürgermeister ÖR. Hofstätter veranlasste die notwendigen Adaptierungsarbeiten.

Für die Teilnahme an verschiedenen Leistungswettbewerben bzw. für besondere Leistungen wurden ausgezeichnet:
19 Mann mit dem Jugendleistungsabzeichen
61 Mann erwarben das Leistungsabzeichen in Bronze
51 Mann erwarben das Leistungsabzeichen in Silber
2 Mann erwarben das Leistungsabzeichen in Gold
18 Mann erwarben das Deutsche Leistungsabzeichen in Bronze
12 Mann erhielten die Verdienstmedaille des Bezirkes in Silber
15 Mann erhielten die Verdienstmedaille des Bezirkes in Gold
8 Mann erhielten die Verdienstmedaille für 40 Jahre Feuerwehrdienst
33 Mann erhielten die Verdienstmedaille für 25 Jahre Feuerwehrdienst
1 Mann erhielt das Feuerwehrverdienstkreuz 1. Klasse
2 Mann erhielten das Feuerwehrverdienstkreuz 2. Klasse
2 Mann erhielten die Verdienstmedaille 3. Stufe
5 Mann erwarben das Funkleistungsabzeichen in Bronze
2 Mann erwarben das Funkleistungsabzeichen in Silber
Das Sammelergebnis war überwältigend: Das Spendenbuch, das öffentlich aufgelegt wurde, konnte mit einem stolzen Sammelergebnis von öS 318.000,=- aufwarten. Groß stellten sich die Geldinstitute aus Burgkirchen und Mauerkirchen ein, aber auch die Gebefreudigkeit der Burgkirchner Gemeindebevölkerung war und ist zu bewundern. Die Burgkirchner Feuerwehrmänner spendeten allein öS 84.400,–. Das waren Männer, die bei jedem noch so gefährlichen Einsatz ihre eigene Gesundheit riskierten – sie gaben ihren Beitrag mit der Überzeugung, etwas Gutes zu schaffen.
Das Kommando und alle Feuerwehrmänner danken nochmals allen Spendern für ihre Hochherzigkeit.
 

1979

Am 28. April 1979 wurde unser Kommandant Hauptbrandinspektor Franz Wimmer zum Abschnittskommandanten des Abschnittes Mauerkirchen gewählt. Als Brandrat stand er nun dem Abschnitt Mauerkirchen vor und währenddessen noch unser Kommandant.
Durch den Bau eines Löschwasserbehälters wurde die Löschwasserversorgung für die Ortschaften Harham, Eglsee und Wollöster gesichert.

1986

Im Jahre 1986 wurde unser altes Feuerwehrfahrzeug Ford FK-1000 gegen ein neues zeitgemäßes Kommandofahrzeug ausgetauscht .

Zeughausbau

Die zu klein gewordene Zeugstätte im Gemeindehof mit nur 2 Stellplätzen stellte unsere Wehr vor eine große Herausforderung. Das Kommando unter dem Kommandanten HBI Engelbert Frauscher beschloss 1989 einen Neubau der Zeugstätte. Nach vielen Überlegungen wurde das Grundstück Zeughausstraße 2 zur Auswahl gebracht. So konnte im Frühjahr 1992 mit dem Bau begonnen werden. Die Planung und Bauaufsicht wurde an Baumeister Johann Metz aus Braunau übertragen. Nach 2-jähriger Bauzeit konnte unsere neue Zeugstätte feierlich eingeweiht werden.

Neuanschaffung LFB-A2

Das zunehmende Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße B-147 mit immer mehr Verkehrsunfällen erforderte einen Ankauf eines Löschfahrzeuges mit Bergeausrüstung (LFB-A2). Das Fahrzeug mit 9 Sitzplätzen, sowie Bergeausrüstung (Hydraulischer Rettungssatz),Einbauseilwinde, einer Tragkraftspritze, pneumatischer Lichtmast sowie zahlreichen Kleingeräten, wurde feierlich mit der Einweihung unserer Zeugstätte 1994 in den Dienst gestellt.

Löschgruppe St. Georgen

Die Löschgruppe St. Georgen übersiedelte im Jahr 1994 in das neu errichtete Zeughaus in Burgkirchen. Die Löschgruppe war im Besitz eines Kleinlöschfahrzeuges, dieses wurde im Jahr 2000 gegen ein modernes Kleinlöschfahrzeug mit Allrad ausgetauscht.

Florianstatue 2005

Nach langen Überlegungen über das Errichten einer Feuerwehrkapelle kam das Kommando unter der Führung von HBI Gubisch Günter zum Entschluss eine Florianstatue aus Granit vor dem Zeughaus zu errichten. Das weit über unsere Grenzen hinaus bekannte Denkmal wurde feierlich im Mai 2005 eingeweiht.

2006 Neuanschaffung TLFA-2000

Das nicht mehr zeitgemäße TLF-2000 wurde nach 25 Dienstjahren durch ein neues TLF-A 2000 ersetzt. Das neue Fahrzeug wurde auf ein MAN Fahrgestell mit 260 PS aufgebaut.

2008/09

Im Jahr 2008 wurde in Burgkirchen ein Abschnittsbewerb ausgetragen.

Einer großen Herausforderung stellte sich unsere Feuerwehr im Jahr 2009. Unter den damaligen Kommandanten HBI Gubisch Günter wurde das Jugendlager unter dem Motto „Welt der Erlebnisse“ veranstaltet. Mit vielen Attraktionen wie: Lasershow, Fahrradkünstler, Motocrosshow, Seilrutsche und Maislabyrinth wurde das Lager für die rund 2000 TeilnehmerInnen zu einem unvergessliches Erlebnis. Leider musste der 1. Turnus wegen starken Niederschlägen abgebrochen werden. Jedoch konnte der 2.Turnus bei herrlichem Sonnenschein durchgeführt werden.
 

Neuanschaffung KDO

Das alte Kommandofahrzeug mit 25 Dienstjahren musste aufgrund vieler technischer Mängel ausgetauscht werden. Nach einigen Überlegungen entschloss sich unser Kommando einen VW Crafter zu kaufen. Das neue Fahrzeug konnte anlässlich des 120-jährigen Gründungsfestes, das im September 2010 stattfand feierlich in den Dienst gestellt werden.
 

Carport

Im Jahr 2013 wurde aufgrund unseres Platzmangels neben der Zeugstätte ein Carport in Eigenregie errichtet. Dieses bietet Platz für unsere beiden Anhänger sowie für weitere feuerwehrtechnische Ausrüstung.